Lieferengpässe und Teuerungszuschläge (Teil 2)

Unsere Generation erlebt gerade wohl das erste Mal mit, wie gut es uns in den letzten Jahrzehnten doch gegangen ist.

In Deutschland frieren gerade Familien, nicht weil Sie es sich nicht leisten könnten, sondern weil deren Heizungsanlagen defekt sind und neue Heizgeräte Lieferzeiten haben, die wir so noch nicht kannten.
Was für eine Situation, und wo der Mangel groß ist, werden die Preise halt angezogen. Marktwirtschaft eben, oder?
Ein Überseecontainer, der Anfang des Jahres noch unter 2.000.- € kostete, erreichte zum Ende des Jahres einen Preis von rund 20.000,- €.
Hier ist die Verzehnfachung schon ein richtiges Brett. Da sind die rund 20%, die es in der Heizungsabteilung zu verzeichnen gibt, ja fast wieder überschaubarer.

Der Endkunde ist sensibilisiert und nimmt gezwungener Maßen, die Mehrkosten hin. Alles ist eben besser als im Winter keine Heizung zu haben.
Das Stahl, Holz, Kunststoffe teurer geworden sind, ist mittlerweile beim Kunden angekommen. Das größere Problem sind aber die elektronischen Kleinteile. Die sogenannte Chip-Technik.
Hier wird mal wieder deutlich, wie abhängig wir Deutschen doch vom asiatischen Markt sind. Die, wenn wundert es, zuerst ihren eigenen Markt bedienen. Vom Handy bis zur Unterhaltungselektronik, die Chips kommen nicht von Funny, sondern aus China, Taiwan oder Südkorea.

Es gibt Autohersteller, die ihre Autos ausliefern und im Nachgang noch einmal die fehlende Elektronik einbauen. Natürlich keine sicherheitsrelevanten Einbauteile, aber das deckt schon die Verzweiflung auf, die mitunter da draußen herrscht.
Fast alle Handwerksbetriebe sind darüber hinaus in Vollbeschäftigung. Neukunden sind fast unerwünscht und man hat schon alle Hände damit zu tun, seiner Stammkundschaft den gewohnten Service anzubieten. Facharbeitermangel? Ja, auch das wird gerade immer offensichtlicher.

Man muss auch mal „Nein“ sagen können. Untypisch fürs Fachhandwerk und für manchen Selbstständigen nicht übers Herz zu bringen. Aber gerade was Neuanfragen angeht, ist es auch mal besser ein aufrichtiges „Nein“ zu formulieren, als ein gequetschtes „Ja“, dass einem nachher um die Ohren fliegt.
Kein Service ist hier tatsächlich mal besser, als einen schlechten abzuliefern.

In diesem Sinne
Euer Team Handwerk e.V.

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